Denkt an die Gefangenen, als wäret ihr mitgefangen; denkt an die Misshandelten, denn auch ihr lebt noch in eurem irdischen Leib! Heb. 13,3
Gott gibt den Gemeindegliedern immer wieder die Möglichkeit die Bruderliebe unter Beweis zu stellen. Der Apostel fordert deshalb im Vers 2 auf, die Gastfreundschaft nicht zu vergessen, weil es sein kann, dass man, ohne es zu wissen, Engel bewirtet. Offensichtlich gab es auch Gemeindeglieder, die aufgrund ihres Glaubensbekenntnisses im Gefängnis saßen. Das Denken an die Gefangenen bedeutete nicht nur ein an sie denken und für sie beten. Zum Denken an die Gefangenen und Misshandelten gehört auch die praktische Fürsorge und die helfende Tat der Liebe. Christliche Liebe versetzt sich an die Stelle des anderen und trägt fremdes Leid wie das eigene Leid.
Wichtig ist es sich klar zu machen, dass es um Gefangene und Misshandelte ging, die zur Gemeinde gehörten und die man kannte. Die Ausweitung der Liebe und Fürsorge auf alle verfolgten Christen, die man nicht persönlich kennt, ist über Organisationen möglich und am effektivsten. Eine Ausweitung auf alle Verfolgten für sich selbst vorzunehmen, ist durch die modernen Medien möglich, überfordert aber leicht und kann die eigene Lebensfreude nehmen. Es schadet der eigenen Seele. Der Apostel will die Gemeinde nicht überfordern, er will nur erreichen, dass die Leidenden nicht vergessen werden.